Montag, 21. Oktober 2013

Fußball, Fisch und wilder Westen

Der gestrige Sonntag hat es in sich gehabt: Zuerst Kurzausflug nach Tabernas; in dessen Wüste etliche Italowestern gedreht wurden. Und so winkt uns schon bei der Abfahrt von der Autovia ein Cowboy hoch zu Ross entgegen und weist uns den Weg zu "Western Leone". Von außen sind einige Wigwams, ein Saloon und ein Stall zu sehen, an der einsamen Kasse sitzt eine Mischung aus Franco Nero und Sieghard Rupp in den besseren Jahren; strahlend (mit kleiner Zahnlücke) erklärt er uns, dass der Eintritt elf Euro kostet und dass um 12 Uhr 30 ein espectaculo stattfindet. Wir fahren ein paar hundert Meter weiter zu "Mini Hollywood"; dort kostet der Eintritt bereits 22 Euro, zusätzlich Parkgebühr 2,90. Aber der Parkplatz ist gerammelt voll, auch auf der Starße parken die Autos. Was macht man nicht alles für die lieben Kleinen! -"Texas Hollywood" schauen wir uns dann nur noch im Vorbeifahren an, auf dem Weg zur arabischen Burg von Tabernas.

Am Nachmittag führt mich Hannelore dann in die Stadt zum Estadio mediterraneo. Dort findet nämlich das Spiel der Primera Division UD Almeria gegen Rayo Vallecano statt. El Clasico ist es nicht (der findet nächsten Samstag statt), eher ein Anti-Clasico, denn Almeria steht mit drei Punkten einsam auf dem letzten Tabellenplatz, drei Punkte hinter Rayo (6 Zähler). Entsprechend dann auch das Spiel, wenig Qualität, Rayo gewinnt trotz Unterzahl 0:1. Ein nettes Stadion, ich schätze für etwa 30.000 Zuseher, beim Spiel waren ungefähr 10.000. Tolle Stimmung, gekonnte Sprechgesänge über die Sektoren hinaus (Chor im Fan-Sektor, Antwortgesang von der Gegentribüne).  - Zu Rayo ist übrigens zu sagen, dass die Anhänger dezidiert antifaschistisch auftreten und dass Toni Polster eine Saison (vor seiner Kölner Zeit) dort gespielt hat.


Das Fahnenschwenken hat also doch nichts genützt. - Auch wenn's vielleicht fad ist, ich muss doch noch etwas zum Essen sagen. Im Nachbarort Rioja (schöner Name) gibt es eine Tapas-Bar, die bekannt für ihre Fischgerichte ist; aus unerfindlichen Gründen trägt sie den Namen "Los Pirineos". In den Vitrinen an der Theke häufen sich die Köstlichkeiten, und die Einheit (Tapa plus Bier) kostet wie üblich zwei Euros, wobei die Fischteller enorm sind und bei uns durchaus als nette Drittel- oder Viertelportionen durchgehen könnten.





So weit also aus dem Taps-Paradies. Demnächst werden wir es verlassen, auch die Hunde und Katzen, die irgendwo auf ihr Futer warten, den Camino de Colesterol (heute hat es einen neuen Benützer gegeben), die Gruppen von Radfahrern in schicken Dressen, die sich lautstark Witze oder Ähnliches erzählen, und die Männer, die schon am frühen Morgen vor den Bars stehen oder auf dem Gehsteigkanten sitzen ...
Hasta la vista (ohne Baby) sagen Hannlore, Paco und Josef

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